T2b & FNPT Phase

 Die PK 1/17 meldet sich nach langer Abwesenheit zurück! Nachdem beide Gruppen die ersten Flugphasen abgeschlossen hatten, befanden wir uns am 24. Juli 2017 wieder vereint im Klassenzimmer zum Start der Theoriephase T2b in Zürich. In dieser Phase lag der Schwerpunkt vor allem in der theoretischen aber auch praktischen Instrumentenflugausbildung (IFR). Den Ausbildungsablauf und wann welche Phase stattfindet seht ihr hier – „Abschnitte – Phasen“.

Zunächst mussten wir uns allerdings wieder auf den Theorieunterricht einstellen. Zusätzlich zu den bekannten Fächern wurde diese Theoriephase durch zwei weitere Fächer (Operational Procedures und Radio Navigation Procedures) ergänzt. Zudem wurden wir auch in dieser Theoriephase im Sprechfunk geschult und praktisch geprüft – diesmal eben für den Instrumenten– statt Sichtflug. Instruiert wurden wir dabei auch von aktiven Tower- und Approach Controllern der Skyguide Flugsicherung. Dies hatte den Vorteil einer besonders praxisorientierten Ausbildung. Zudem erhielten wir die Möglichkeit durch Besuche des Kontrollturms am Flughafen Zürich sowie der Flugsicherung in Wangen – Dübendorf hinter die Kulissen der Flugsicherung zu schauen, um so unser Verständnis für gewisse Abläufe und Aufwände zu schärfen.

Rundumsicht vom Dach des Towers am Flughafen Zürich

Rundumsicht vom Dach des Towers am Flughafen Zürich

Diamond DA42 FNPT - Flight Navigation Procedure Trainer

Diamond DA42 FNPT – Flight Navigation Procedure Trainer

Nebst der Theorie wurden die Grundlagen des Instrumentenflugs mind. einmal wöchentlich in einem FNPT (Flight Navigation Procedure Trainer) angewandt und trainiert. Basis für den FNPT ist eine Diamond DA42, welche wir im späteren Verlauf unserer Ausbildung, Europhase, ebenfalls noch fliegen werden. Im Bild rechts ist der DA42-FNPT Simulator zu sehen mit dem Instruktor Pult und Panel dahinter.

Vor den Praxissessions im FNPT wurden jedoch zuerst die theoretischen Grundlagen im Fach Radio Navigation Procedures behandelt. Dabei erlernten wir beispielsweise das Orientieren und Navigieren mit Instrumenten, das Anwenden von IFR-Procedures (Base Turns, Procedure Turns, Holding- und Racetrackpatterns etc.) oder wie man unterschiedliche Anflugkarten interpretiert und fliegt.

IFR - VFR Chart

Links: VFR Karte Rechts: IFR Karte Quelle: skyvector.com

Von der bekannten graphischen VFR Sichtflug Karte ging es in die neue und Abstrakte IFR Instrumentenflug Welt. So navigiert man nun nicht mehr nach Seen, Hügeln und Strassen, sondern auf definierten Luftstrassen zwischen Navigationsstationen und Wegpunkten.

Auch die Anflugkarten kommen in der IFR-Welt etwas abstrakter daher. Hier der Instrumentenlandeanflug von Orlando, Florida mit einem Holdingkreis.

IFR Anflugkarte Quelle: skyvector.com

Die Praxissessions bauten dann auf diesen Theorielektionen auf. Die verschiedenen Trainingssituationen wurden mit zunehmender Zeit natürlich komplexer, indem wir zum Beispiel den Einfluss von Wind kompensieren mussten. Des Weiteren war auch ein tieferes Verständnis der Avionik und dessen Bedienung von Bedeutung bis hin zur Bewältigung von Motorausfällen.

Der Unterschied von Sichtflug zu Instrumentenflug besteht darin, dass für die Fluglage und Orientierung nicht mehr der Horizont und die Landschaft dienen, sondern diverse Anzeigen im Garmin G1000 Instrument. Dahinter versteckte sich auch die grösste Fliegerische Herausforderung des FNPTs. Von den Instruktoren gern „Scanning“ genannt. Im Instrumentenflug ist es unabdingbar sich eine gute Scanning-Taktik anzueignen. Das heisst, in periodischen Abständen die Werte der relevanten Anzeigen zu interpretieren. Mit Betonung auf Relevant. Es geschieht unglaublich schnell, dass mann zu lange bei einem Instrument verweilt oder sich mit unwichtigen Anzeigen im „G-Dausig“ beschäftig. Und schon hat man 100 Fuss Höhe verloren, 10° Kurs offset, 5 Knoten zu schnell und den Ton eines arg hastig schreibenden Kullis des Instruktors im Nacken.

Zum Abschluss der FNPT-Phase konnte bzw. musste jeder sein Können in einem Progress Test beweisen. In diesem Test wurden alle gelernten Manöver, Procedures und Ausnahmefälle abgerufen. In nur zwei Stunden flogen wir von Orlando, FL nach Melbourne, FL und von da noch nach Vero Beach.

Am Ende jeder Theoriephase standen natürlich noch die obligatorischen School Exams an. Welche auch nicht ganz unschuldig sind, dass hier so lange Stille herschte.

Abschliessend noch einige Worte zu dieser Theoriephase: Verglichen zur T1 Phase war die Stoffdichte und -tiefe wesentlich grösser, durch die vorangegangene T2a Homestudy Phase jedoch gut machbar. Die FNPT-Sessions waren eine willkommene Abwechslung, obwohl der Spagat zwischen Theorie lernen und FNPT-Vorbereitung nicht immer einfach war. Zu den Highlights zählten natürlich auch die Besuche bei der Skyguide. Unser Abflug nach Vero Beach ist leider noch bis Januar 2018 delayed, im Hinblick auf die kommende Flugphase trübt dies jedenfalls kaum die Stimmung!