Phase Check bestanden, F1-F2 vorbei (Gruppe 1)

Nach einer etwas längeren Pause melden wir uns aus Grenchen wieder. Wir, das ist die Erste der beiden Gruppen, die in den Genuss des Fliegens kommen, waren nun einige Wochen am Fliegen und die Zeit verging wortwörtlich wie im Flug.

PK 1/17 in Grenchen

Linke Seite: Nico, Yanik, Benjamin, Marcel, Malek, Tobias, Alexander
Rechte Seite: Hendrik, Manuel, Philipp, Pascal, Felix, Peter, Clemens

Gruppe 1: Benjamin, Marcel, Fabian, Malek, Alexander, Hendrik und Manuel
Gruppe 2: Nico, Yanik, Tobias, Philipp, Pascal, Felix, Peter und Clemens

Die DA40, das Schulungsflugzeug. Hier in Locarno

Die DA40, das Schulungsflugzeug. Hier in Locarno

Grenchen ist ein Flugplatz nördlich von Bern, wo wir mehr oder weniger ungestört das fliegerische Handwerk erlernen konnten. Gerade für die (bislang) Fussgänger unter uns wird der erste Flug nie in Vergessenheit geraten. Das erste Mal volle Kontrolle über ein Flugzeug zu haben (wenn auch nicht immer kontrolliert) war ein unglaubliches Gefühl.

Unsere „Homebase“ Grenchen

Unsere „Homebase“ Grenchen

Allerdings wurde uns auch schnell bewusst, dass die Erwartungen an uns sehr hoch sind und wir jeden einzelnen Flug unser Bestes geben müssen. Jeder Flug wird benotet sowie in einem Debriefing besprochen und bewertet. In regelmässigen Abständen hat man ausserdem einen Checkflug zu absolvieren, in dem man beweisen muss, dass man das in der Zeit Erlernte fehlerfrei und ohne Hilfe anwenden kann.

Ein Schwerpunkt lag auch auf dem Landetraining, dass bei Querwind ohne weiteres noch anspruchsvoller werden kann, als es ohnehin schon ist. Und während es bei manchen schon ganz gut lief, beschwerte sich bei den anderen der Kollege auf der Rückbank über Rückenschmerzen durch sehr unsanfte, stark akzentuierte Landungen. Über 100 Landungen haben wir mittlerweile auf dem Konto.

Nach einigen Flügen, Landungen und einem weiteren Prüfungsflug war es endlich soweit: Unser erster Soloflug! Zunächst zwar noch in Flugplatznähe, aber es war dennoch eine ganz unbeschreibliche Erfahrung, alleine die Kiste zu steuern. In nur 5 Wochen vom Fussgänger zum Solopiloten.

Auch die Sicherheit darf nicht zu kurz kommen, und so wurden wir in einigen Sessions mit simulierten Notfällen ganz schön ins Schwitzen gebracht. Zum Beispiel wanderte in einer ruhigen Minute im Flug die Hand des Fluglehrers zum Schubhebel und zog diesen schlagartig zurück: Simulierter Motorausfall! Sofort muss die richtige Prozedur angewandt und ohne Motorleistung ein freies Feld ausgesucht und angeflogen werden. Auch harmloser erscheinende Fehler hatten es ganz schön in sich. So wurde beim „Total Electrical Failure“ die riesige Navigationskarte über sämtliche Instrumente gelegt, sodass man sich nur auf das eigene Gefühl verlassen und erkennen musste: Bin ich zu langsam, bin ich zu tief?

Spannend ging es weiter mit den Navigationsflügen. Hier ging es darum, einen Flugplan abzufliegen und die Wegpunkte anhand der Karte in der Realität wiederzufinden. Und da in der Schweiz keine 20 Minuten geflogen werden kann ohne dass man in einen anderen Luftraum kommt oder ein Berg im Weg steht, hieß es auch bei Flügen von 2 Stunden Länge voll konzentriert immer einen Schritt voraus zu sein. Wir navigierten uns unter anderem nach Locarno zum Pizzaessen und nach Innsbruck zu einem frischen Glas Almdudler. Ein großes Highlight waren hier ganz klar die Flüge über die Alpenpässe und um das Matterhorn, dem höchsten Berg der Schweiz. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt und so hatten wir eine unglaubliche Aussicht auf die schneebedeckten Berge, Steilwände, Gletscher und tiefe Täler.

Auf dem Flug über die Alpenpässe nach Locarno. Hier: der Brienzersee

Auf dem Flug über die Alpenpässe nach Locarno. Hier: der Brienzersee

Vorbei ging es an beeindruckenden Bergmassiven

Vorbei ging es an beeindruckenden Bergmassiven

Und der Sightseeing-Rundflug um das Matterhorn durfte natürlich auch nicht fehlen.

Und der Sightseeing-Rundflug um das Matterhorn durfte natürlich auch nicht fehlen.

Aber auch nach dem Flugdienst, der meistens von 8 bis 17 Uhr ging, ging es in der Unterkunft in Grenchen voll konzentriert weiter. Die nächsten Flüge mussten vorbereitet werden und wenn man jemanden gesehen hat, der verwirrt im Flur im Kreis läuft und irgendetwas vor sich hin murmelte, so wusste man, dass er bestimmt gerade die sehr schnelle und anspruchsvolle Platzrunde um den Grenchener Flugplatz im Geiste abflog.

Dennoch muss auch Zeit zum Abschalten sein und so wurde Abends gemeinsam gekocht, ferngeschaut und über die kleinen Fehler gelacht, die während des Fluges passiert sind und bei denen man sich immer dachte: „Mir wird so etwas Nieeeee passieren!!!!“

 

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One comment

  • Birgit Krooß 9. Juni 2017   Reply →

    DER BERICHT VON EUCH HA MIR WIEDER SEHR GUT GEFALLEN.Vielen Dank

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