Bereits drei Wochen nach unserem Amerika Abenteuer ging es bereits mit der nächsten Flugphase weiter, dem Europaket. So genoss jeder von uns ein paar Wochen wieder Zuhause mit Freunde und Familie, wobei es dann in der letzten Woche bereits wieder an die Vorbereitung ging. Neues Flugzeug, erstmals Instrumentenflug in der Schweiz und neue Abläufe im Cockpit, welche uns bereits für die Linie vorbereiten sollen, galt es im Vorhinein zu lernen. So verflogen die drei Wochen wie im Flug 😉 und die erste Gruppe unserer Klasse fand sich in Kloten ein, für einen dreitägigen Crashkurs von Theorie, welche wir bereits etwas vorbereiten haben sollten. Das Europaket wird in der Halbklasse geflogen aufgrund Verfügbarkeit von Flugzeugen, Fluglehrer und Flughafenkapazität in Grenchen. Daher hat die halbe klasse noch sechs Wochen länger Ferien. Nach der Theorie bezogen wir die alt bekannte Sleepbox in Grenchen für die nächsten sechs Wochen.

Im Europaket, welche unsere letzte Flugphase vor dem grossen Sprung ins Liniencockpit ist, geht es hauptsächlich sich an das Europäische Instrumentenflug Umfeld zu gewöhnen. Ebenfalls wird sehr auf korrekte, strukturierte Abläufe, wie bei einem Airliner, Wert gelegt.

Unser Flugzeug, die Diamond DA42, ist perfekt gemacht für Instrumentenflug durch Wolken und Regen. Mit einer Enteisungsanlage ausgerüstet, können wir erstmals unsere Fähigkeiten auch bei sehr schlechtem Flugwetter üben.

 

Von unserer Basis Grenchen aus flogen wir meist ins benachbarte Ausland. So waren wir des öfteren in Saarbrücken, Karlsruhe, Memmingen und Friedrichshafen in Deutschland oder Dole in Frankreich zu Gast. Das Flugprogramm orientiert sich sehr einem Linienflug. Also einem Start entlang eines Instrumentenabfluges im Steigflug auf Reiseflughöhe. Angekommen im Reiseflug gilt es erstmals die erwartete Ankunftszeit und Wetter an der Destination den Passagieren durchzugeben 🙂 So machten wir uns denn Spass, in einer ruhigen Minute, unsere ersten Passagieransagen zu üben. Die Fluglehrer koonten sich ein schmunzeln nicht verkneifen. Der Service an Bord war lausig und so machten wir uns bereits wieder bereit für den Sinkflug zur Destination. Der Strassbourg Verkehrslotse konnte so manchen mit Routen und Pistenänderungen kurzfristig aus dem Konzept bringen. Doch gut hat der lausige Service keinen Kaffee verteilt und somit war das Kniebrett frei, zum eifrig, die leicht mit Akzent überdeckten Anweisung des Strassbourg Controllers, nieder zu krizeln. Auf dem Endanflug angekommen, gilt es präzise den Nadeln auf dem „G-Dausig“ (Garmin G1000 Glasscockpit) zu folgen. Wenn der Instruktor aus dem Augenwinkel keine schweissigen Hände sah, half er dem gerne nach. „Du sorry, heute gehen die Landeklappen irgendwie nicht raus“ meinte er dann. Ja, langweilig wurde uns nicht. Dafür wurde von allen Seiten gesorgt.

 

Benjamin im Endanflug nach Karlsruhe

Benjamin im Endanflug nach Karlsruhe

Der zweitägigen Ausflug von Grenchen via Stuttgart und Nürnberg nach Dresden bildete der Krönende Abschluss unserer fliegerischen Ausbildung. Nachdem die Flieger in Dresden gut verzurrt waren gings mit dem Taxi ins City Center. Schneller Kleiderwechsel und schon schlenderten wir durch die Altstadt von Dresden. Ein gutes Bier mit Blick auf die Elbe und währschaftem Essen sorgten für einen erfolgreichen Ausflug.

Warten auf den Crewbus in Dresden

Nach dem Start über der Stadt Nürnberg auf dem Rückweg von Dresden nach Grenchen

Zurück in Grenchen steht wie so oft am Ende einer Phase ein Checkflug an. Der letzte praktische Checkflug in unserer Ausbildung bis es zur Airline geht. Entsprechend gestresst und hinter Büchern versteckt verbrachten wir die letzte Woche. Umso schöner können wir alle uns als stolze Berufspiloten in Front unserer Maschine ablichten lassen. Ein Bild für die Ewigkeit.
Gruppe 1 der PK 1/17 im Europaket

Gruppe 1 der PK 1/17 im Europaket mit der DA42 aka „Katy Perry“

Europaket Fotoalbum

Zum Album